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Die fünf Ziele des Landschaftskonzeptes

Die fünf Ziele des Landschaftskonzeptes

Die Rhône und ihre Zuflüsse bilden zusammen mit der sie begleitenden Vegetationsstruktur das blau-grüne Gerüst, das Rückgrat der Walliser Landschaft. 

1- Das Gerüst

Das landschaftliche Gerüst stärken

Das kantonale hydrologische Netz mit dem Genfersee, der Rhone und ihren Nebenflüssen, ist mit der dazugehörenden Vegetationsstruktur verbunden und bildet das blau-grüne Gerüst. Die Kontinuität dieses Gerüstes muss gestärkt werden. Sie trägt zur Vernetzung und zum Erhalt der natürlichen Lebensräume auf kantonaler, interkantonaler und grenzüberschreitender Ebene bei. Die Uferbereiche der Fliessgewässer eignen sich oft auch für die Entwicklung von Wegen des Langsamverkehrs und sind bevorzugte Erholungsräume der Bevölkerung.

2- Die Vielfalt

Rücksicht auf die Vielfalt der grossen Landschaften nehmen

Das Wallis birgt einen grossen landschaftlichen Reichtum. Diese Besonderheit ist der geologischen Vielfalt des Kantons, seiner bewegten und kontrastreichen Topographie, den bedeutenden Höhenunterschieden, aber auch den von Region zu Region unterschiedlichen landwirtschaftlichen Praktiken, Siedlungsformen und Bauweisen geschuldet. Diese Vielfalt trägt zur Biodiversität und Lebensqualität bei, stärkt das Zugehörigkeitsgefühl und die wirtschaftliche Attraktivität. Sie muss erhalten und aufgewertet werden.

3- Die Entwicklung

Die Übergänge zwischen den Grosslandschaften – die Ränder – pflegen

Die Landschaft befindet sich in ständigem Wandel. Sie verändert sich im Wechsel der Jahreszeiten, der klimatischen Änderungen und der menschlichen Aktivitäten. Manche Landschaften dehnen sich aus: infolge des Überbauungsdrucks in der Ebene und der Ausdehnung der Waldflächen in den Bergen. Andere weichen zurück: Aufgabe der Landwirtschaft, Gletscherschwund. Aus dieser Entwicklung ergeben sich Übergangszonen, oft kaum definiert und von geringer Qualität. Diese Ränder bedürfen zur Aufwertung der landschaftlichen Qualität einer sorgfältigen Behandlung.

4-Das Gleichgewicht

Die offenen Räume und die Qualität der Bebauung insbesondere auf lokaler Ebene berücksichtigen

Für eine ausgewogene Raumentwicklung ist die Planung offener Räume auf lokaler Ebene wichtig. Diese Räume können unterschiedliche Formen annehmen, beispielsweise eine Suone in den Rebbergen, ein Dorfplatz oder ein Grünstreifen in einer Agglomeration. Sind sie von hoher Qualität, bieten diese Räume Lebensraum zugunsten der Biodiversität, eine bessere Regelung der Folgen des Klimawandels und ein attraktives Lebensumfeld für Bevölkerung und Unternehmen.
Die ausgewogene Landschaftsentwicklung wird auch durch die Förderung einer hochwertigen Baukultur begünstigt. Die Baukultur ist von Bedeutung sowohl für den bebauten als auch für den unbebauten Raum. Es geht darum, lebendige Städte und Dörfer zu schaffen, die den Bedürfnissen der Bevölkerung entsprechen und zugleich identitätsstiftend die Besonderheiten wahren.

5- Beispielhaftigkeit

Die Landschaft durch konkrete Beispiele weiterentwickeln

Mit der Erarbeitung von Modellvorhaben Landschaft (MVL) in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und den anderen Partnern zielt der Kanton darauf ab, einen Wandel anzustossen und mit konkreten Beispielen, die hochwertig und auf andere Situationen übertragbar sind, anzuleiten. Die MVL gründen auf einer landschaftsorientierten Betrachtung des Territoriums und werden multidisziplinär geführt. Die Erkenntnisse aus den MVL werden als Ideengeber für neue Projekte verbreitet. Nach und nach setzt sich der «Landschaftsreflex» durch: die Akteure in der Raumentwicklung integrieren die Landschaft systematisch, auf jeder Planungsebene, in ihre Vorhaben.

 

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